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SPARTE FUSSBALL im SV Linsburg
Die Schiedsrichterorganisation


Allgemeine Infos, Nachdenkliches und Tipps rund um den Schiedsrichter
Dieser Artikel stammt von www.schiedsrichter-welt.de und wurde für den SVL modifiziert.

DER SCHIEDSRICHTER
Schiedsrichter zu sein ist eine Herausforderung: aufregend und einträglich. Auf der anderen Seite werden Schiedsrichter beschimpft und sind frustriert ob fehlender Wertschätzung. Ob ein Schiedsrichter die positiven oder negativen Seiten kennenlernt, basiert häufig auf dem mentalen Bezug zum Pfeifen.

Viele Schiedsrichter kennen alle Regeln und sind technisch gut ausgebildet (Zitat aus einer SR-Beurteilung: "er hat perfekt angezeigt und sich gut bewegt. Leider hat er allzu oft die falschen Entscheidungen getroffen"). Die psychologischen Fähigkeiten jedoch unterscheiden die guten Schiedsrichter von dem Rest. Leider nehmen sich zu wenige Schiedsrichter die Zeit, diese Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

EIGENSCHAFTEN EINES GUTEN SCHIEDSRICHTERS
Das Spiel ist bereits seit mehr als einer Stunde beendet. Du mußt nicht mehr extrem aufmerksam sein, Dich nicht länger gegenüber Spielern, Coaches und Fans beweisen. Du fühlst Dich körperlich und emotional ausgelaugt. Aus diesem Grund lehnst Du Dich zurück, legst die Füße hoch und versuchst zu entspannen. Aus irgendeinem Grund kannst Du jedoch nicht abschalten.

Die Gedanken beschäftigen sich immer noch mit dem Spiel. Jede Entscheidung wird noch einmal aufgearbeitet. Du fragst Dich, wie Dein Kollege und der Beobachter Deine Leistung sehen. Du machst Dir Gedanken über die eine oder andere mißlungene Entscheidung und die lautstarken, negativen Äußerungen klingen Dir immer noch im Ohr.

Dann erinnerst Du Dich daran "das Spiel auf dem Feld zu lassen" - und Du versuchst es. Du sagst Dir: "Ich war auf das Spiel vorbereitet"; "Ich habe mit meinem Kollegen gut zusammengearbeitet" und dann noch "insgesamt habe ich eine gute Leistung geboten". Dennoch, diese andauernden Zweifel an Dir selbst bleiben - trotz der Bemühungen, sie beiseite zu schieben.

Diese widersprüchlichen Gedanken nach dem Spiel sind nicht ungewöhnlich. Alle Schiedsrichter müssen sich mit ihnen auseinandersetzen. Warum aber dieses Durcheinander im Kopf?

Vieles ist einfach die Konsequenz aus der einzigartigen Rolle der Schiedsrichter. Nach Spielern und Coaches repräsentieren die Schiedsrichter die dritte Dimension im sportlichen Wettkampf. Dennoch: die Schiedsrichter verrichten eine der schwierigsten Aufgaben im Sport.

Gute Schiedsrichter tragen dazu bei, daß das Spiel allein durch die Fähigkeiten der Spieler entschieden wird. Schlechte Schiedsrichter beeinträchtigen das Spiel und verringern die Freude am Spiel für Spieler, Coaches und Fans.

Die Arbeit der Schiedsrichter wird in der Öffentlichkeit diskutiert, vor allem ihre Fehler. Auf der anderen Seite werden Schiedsrichter kaum wahrgenommen, wenn das Spiel reibungslos verlaufen ist. Auf welcher Basis also sollten sich Schiedsrichter selbst bewerten oder bewerten lassen?

Ihre Hauptaufgabe ist es, zu gewährleisten, daß das Spiel innerhalb der Regeln verläuft und dabei so wenig wie möglich einzugreifen.

Die Schiedsrichter sollten sich auf die vier folgenden Aufgaben konzentrieren und sie umsetzen:

  • Das Spiel wird gemäß den vorgegeben Regeln ausgetragen.
  • Sie "stören" so wenig wie möglich, niemals stehen sie im Mittelpunkt!
  • Es ist wichtig, während des Spieles eine angenehme Athmosphäre zu schaffen und aufrechtzuerhalten.
  • Schiedsrichter sollten Interesse an den sportlichen Fähigkeiten der Spieler zeigen.


TRAININGSTIPPS
Schiedsrichter von heute müssen, mehr denn je, auch konditionell auf der Höhe sein. Dazu ist ein regelmäßiges Training unerlässlich. Jedoch sollte man einige Dinge dabei beachten. Beginnt man nach längerer Pause wieder mit einem Trainingsprogramm, ist es wichtig, erst einmal langsam zu beginnen um den Körper nicht bereits am Anfang aus falschem Ehrgeiz zu überfordern. Training bringt nur dann etwas, wenn es kontinuierlich und einem bestimmten Trainingsrhythmus erfolgt, wie z.B. 2 bis 3 mal in der Woche. Das Training muss zielgerichtet und auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestellt sein. Die Rahmenbedingungen für das Training sind ebenfalls wichtig, wie z.B. 2 Stunden vor dem Training nichts mehr zu essen, ständig Flüssigkeit in kleinen Mengen zu sich nehmen und nicht bei grösserer Hitze in direkter Sonneneinstrahlung trainieren.

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Das harte Training der Schiedsrichter
Auch das Schiedsrichtern will gelernt sein. Könnten Sie die ganze Zeit durch die Gegend laufen und in eine Trillerpfeife blasen? Auf dem letzten Loch würde man trällern, aber der Pfeife könnte man wohl kaum noch einen Ton abringen. Obendrein muss so ein Schiedsrichter im Fußball auch noch die Kunst der gelben Karte beherrschen. Wenn er nicht schon früh wegen Farbenblindheit durch die Musterung fällt, bleibt noch die immense Konzentration, die richtige Karte während des Fußballspiels zu ziehen. Deshalb wird im Schiedsrichter-Training immer mit der gelben Karte geübt, denn zieht man im Spiel versehentlich allzu oft die Rote, steht man schnell alleine da.

Endlich bewiesen: Fußball-Schiedsrichter pfeifen ungerecht
Nicht alles, was man weiß, ist auch erforscht worden. Unbestreitbar gibt es den Heimvorteil im Fußball. Doch seit Jahren mühen sich Forscher damit ab, zu klären, wie es zu diesem Phänomen kommt. Es liege am Testosteron, behauptet zum Beispiel der britische Evolutionsbiologe Nick Neave. Er hat im Geifer von Heimspielern mehr davon gefunden als in der Spucke von Auswärtsspielern. Hormonell angestachelt, von auswärtigen Gruppen bedroht, sind Fußballspieler energiegeladener, aktiver, selbstsicherer - wie Tiere, die ihr Revier verteidigen.

Sind Fußball-Schiedsrichter parteiisch?
Parteilichkeit wird Schiedsrichtern bekanntlich immer dann vorgeworfen, wenn sie ihre Entscheidungsspielräume systematisch zugunsten einer Mannschaft ausnutzen. Gibt es diese Parteilichkeit von Schiedsrichtern aber wirklich, wenn man von der Kategorie der durch Bestechungsmechanismen erzeugten Korruption einmal absieht? Genau zu dieser Frage eines sogenannten «referee bias» hat sich in den vergangenen Jahren eine eigenständige Forschung entwickelt. Sie produziert zunehmende Evidenz für eine ganz bestimmte Art des «referee bias», nämlich für die systematische Bevorzugung der Heimmannschaft durch Schiedsrichter.

Der Schiedsrichterbeobachter
Jedem SR sollte klar sein, daß man als SR sich in einer Leistungsgesellschaft befindet! Deshalb suchen Woche für Woche Beobachter die Schiedsrichter auf, um sie zu beurteilen. Deshalb widmen wir diese Rubrik den SR-Beobachtern, und erläutern die genauen Aufgaben eines Beobachters, was er erkennen muß bzw. worauf es ankommt und wo die Grundlagen für Beobachter sind - also, was es heißt, zu beobachten.

BEOBACHTEN heißt:

  • Objektive Beurteilung einer Leistung (frei von Gefühlen, Vorurteilen u. Sympathien)
  • Erkennen und Fördern eines Talentes
  • Unterstützung für Personalentscheidungen


BEOBACHTUNGSBOGEN
1. Auftreten und Verhalten

  • Erscheinungsbild des SR (des SR-Teams)
  • Umgang mit den Spielern / Umfeld etc.
  • Akzeptanz des Spielleiters und seiner getroffenen Entscheidungen
  • Verhalten bei Kritik
  • Mimik, Gestik

Jeder SR kann sich Persönlichkeit „erarbeiten“ in dem man folgende Dinge beachtet und sich fragt: Was ist Persönlichkeit ?

  • Auftreten
  • Klare Linie
  • Gesunde Arroganz
  • Verkaufen von Entscheidungen
  • Korrekter Umgang mit Fußball


2. Spielkontrolle und Spielstrafen

  • Einstellung zum Spiel
  • Richtiges Erkennen des Spielcharakters sowie der Umgang damit
  • Bewertung von verbotenem / erlaubtem harten Spiel / Zweikampfbewertung
  • Umgang mit der Vorteilsbestimmung / Einsatz des verzögerten Pfiffs


3. Ausführung von Anweisungen

  • Unterscheidung direkter / indirekter Freistoß
  • Einhaltung des Mauerabstandes
  • Beachten / Umsetzen bestehender Anweisungen
  • Spielverzögerung


4. Persönliche Strafen

  • richtiger Umgang / Einsatz der persönlichen Strafen
  • Art und Weise des Aussprechens der Karten


5. Laufvermögen und Stellungsspiel

  • läuferische Leistung
  • Stellungsspiel
    • a) im laufenden Spiel
    • b) im ruhenden Spiel
  • Zusammenarbeit im Team


6. Schiedsrichter-Assistenten

  • Auftreten und Verhalten, Mimik / Gestik
  • Mitarbeit im Team


7. Gesamtbewertung

  • Abschließende Gesamtbeurteilung
  • Hinweise zum Schwierigkeitsgrad
  • Hervorheben von positiven Entscheidungen

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